NSU: Die gescheiterte Fahndung nach dem Trio 1998 bis 2000 – tiefer Staat oder seichte Gewässer?

NSU: Die gescheiterte Fahndung nach Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe 1998 bis 2000 – tiefer Staat oder seichte Gewässer?Bei der Beantwortung der Frage, ob der NSU mit Wissen oder gar Mithilfe staatlicher Stellen entstanden sein könnte, spielt die Phase des Unter­tauchens und Gründens einer Struk­tur in den Jahren 1998 bis 2000 eine wichtige Rolle. Wurde das Unter­tauchen von Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe nach der Durch­such­ungsaktion in Jena Ende Januar 1998 irgendwie gefördert, wurden sie danach absichtlich nicht aufgespürt? War ihr Leben im Unter­grund gewollt, oder zumindest wissentlich in Kauf genommen? Wurde die Polizei gezielt daran gehindert, die drei festzunehmen? Hier sind in der Öffentlichkeit in den vergangenen Jahren einige Legenden ent­standen, die der Aufklärung bedürfen.

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Zwischenruf: Verschwörungstheorien sind Glaube ohne Kirche

Foto: Führer gesuchtDie seit ein paar Jahren durch die Essays und Artikel getriebene Frage, woher der moderne Hang zu Verschwörungstheorien komme, wird zu oft formal und oberflächlich beantwortet: Soziale Medien, Facebook, Rechtsruck, Polarisierung der Gesellschaft, das sind Symptome, nicht Gründe. In letzter Zeit gibt es einige gute Ansätze, hinter diese Fassaden zu schauen (siehe z. B. den immer besser werdenden Sascha Lobo bei SPON). Das Problem ähnelt der alten Frage, ob Werbung (lies: Facebook) uns manipuliert und unsere Bedürfnisse erst weckt, oder ob sie sich die bereits vorhandenen Bedürfnisse zu Nutze macht und ausbeutet.

Ich glaube, es braucht gar nicht so viele Worte, um das Phänomen zu erklären. Es handelt sich einfach um die Rückkehr der Religion in unsere säkularisierte moderne westliche Welt. Weiterlesen

NSU: Das Märchen von den toten Zeugen

NSU: Die "mysteriösen Zeugentode" - ein Märchen

Aktuell geht in Kreisen der NSU-Aufklärungsszene aufs Neue das Gespenst der plötzlichen Zeugentode um. Nach dem Tod einer Frau aus der Blood&Honour-Szene, die im Februar 2017 vor den Untersuchungsausschuss Baden-Württemberg geladen werden sollte, ist in etlichen Veröffentlichungen die Rede von bisher sechs Todesfällen von ZeugInnen im NSU-Komplex, die rätselhaft oder verdächtig seien. Eigentlich hätte mit der weitgehenden Aufklärung des Todesfalls Florian He. spätestens im Frühjahr 2015 die Luft raus sein sollen aus dieser Geschichte – doch Unkraut vergeht nicht, und wenn selbst erfahrene Genossen der von mir geschätzten Zeitschrift „analyse & kritik” Anfang 2016 mich plötzlich erneut nach „mysteriösen Zeugentoden” fragen, muss ich wohl noch mal ran an das Thema.

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NSU: Faktencheck Schorlau — „Die schützende Hand“… weder Hand noch Fuß!

Titelbild1

Der Original Alu-Hut® schützt vor Gehirnmanipulation durch CIA-Strahlung

Vorbemerkung: Der folgende Text ist sehr lang. Wer es knackiger und unterhaltsamer mag, lese die Kurzversion im ak 613 vom 16.02.2016 (nur in der Druckausgabe) oder die inhaltlich sehr ähnliche Kritik bei nsu-watch!

Wolfgang Schorlaus NSU-Krimi ist ein Totalausfall

Dies ist keine Besprechung eines Romans. Ein Kriminalroman darf gewiss zuspitzen, manches übertreiben, ohne sich am gleichen Maßstab messen zu lassen wie ein Sachbuch. Doch Schorlaus Buch ist kein Kriminalroman. Schorlau selbst ist es, der die Messlatte bedeutend höher legt, wenn er sagt, sein Buch solle der Aufklärung dienen und „zeigen, wie es wirklich ist”1, es sei die „Ermittlung eines Staatsverbrechens” und seines Erachtens „deutlich realitätstüchtiger als die offiziellen Bekundungen”2. Weiterlesen

NSU: Schorlau verteidigt seine „Schützende Hand“ gegenüber telepolis

Auf einen kritischen Beitrag von Walter Gröh bei telepolis vom 11.12.2015 antwortete Schorlau am 20.02.2016, das möchte ich hier kurz besprechen. Seine Gegenvorstellung gibt mir keinen Anlass, an meiner Darstellung irgend etwas zu verändern.

(Natürlich bin ich kein Hellseher, dieser Text ist nicht vom 14.02.2016, sondern vom 22.02.2016; er ist lediglich umdatiert, damit er bei WordPress an die zweite Stelle rutscht.)

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Oktoberfest-Attentat 1980: Bewegung!?

Wer sich mit dem Thema Oktoberfestattentat beschäftigt, wird interessiert die Nachrichten der vergangenen Monate verfolgt haben, insbesondere den zusammenfassenden Bericht über neue Spuren bzw. Zeugen und Zeuginnen des Bayerischen Rundfunks am 4. Februar 2015.
Anhand des Fernsehberichtes lässt sich die Glaubwürdigkeit der Indizien nur schwer beurteilen, zumal sie in der journalistischen Verkürzung vielleicht eindeutiger präsentiert werden als sie wirklich sind. Aus der Distanz des kritischen Amateurdetektivs will ich daher nur ein paar vorsichtige Anmerkungen riskieren.
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